Vorträge, Kurse und Exkursionen eröffnen neue Perspektiven, decken unbekannte Zusammenhänge auf und vermitteln wissenschaftliche Erkenntnisse auf verständliche Weise. (Betriebs-) Besichtigungen und Exkursionen bieten darüber hinaus spannende Einblicke in die Vielfalt unserer Heimat und der angrenzenden Regionen.
2026 jährt sich der Todestag Claude Monets zum hundertsten Mal. Der berühmte Künstler verstarb am 5. Dezember 1926 in Giverny. Mehr als 2.000 Werke ziehen das Publikum auch nach 100 Jahren noch in ihren Bann: von „Impression, soleil levant“ – dem Gemälde, das dem Impressionismus seinen Namen gab – über die Serien zur Kathedrale von Rouen bis hin zu den legendären Seerosen-Bildern. Anlässlich dieses Gedenktages würdigt der Freundeskreis der Evang. Akademie Tutzing in Hof Claude Monet mit einem Vortrag von Walter-Martin Rehahn, der das künstlerische Schaffen in seiner Vielgestaltigkeit darstellen wird und für die Besucher Werk, Leben und Inspiration des Künstlers lebendig werden lässt. Walter-Martin Rehahn studierte Evangelische Theologie und Kunstgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und war 1985-1995 Studienleiter für Kunst und Philosophie an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und seit 2016 Kunstbeauftragter des Kirchenkreises Halle-Saalkreis.
Die Hochindustrialisierung des 19. Jahrhunderts führte zu tiefgreifenden Wandlungsprozessen nicht allein in der wirtschaftlichen, sondern auch in der gesellschaftlichen Struktur unserer Heimat. Bereits um 1800 war ein neues Bürgertum entstanden, dessen Mitglieder sich rasch an die Spitze der Einwohnerschaft hocharbeiteten und damit begannen, Landschaft und Stadt nach ihren Vorstellungen zu prägen. Die nachfolgenden Jahrzehnte zeichneten sich schließlich durch deren starkes soziales Engagement aus, ehe in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Einsatz in ehrenamtlichen Organisationen ermöglicht wurde. Damit war der Grundstein für eine vielfältige und lebendige Vereinslandschaft gelegt, die das Hofer Land bis heute prägt. Dr. Adrian Roßner hat sich im Rahmen seiner Dissertation intensiv mit den wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen unserer Region in der Folge der Hochindustrialisierung befasst. Seit 2019 ist er Mitglied des "Forschungskollegs Franken" und hat sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fränkische Landesgeschichte mit dem Schwerpunkt "Strukturwandel in Nordbayern" beschäftigt. Seit November 2024 steht er der neu-gegründeten "Bayerisches Wissenschaftszentrum für KI und SuperTech, Kloster Speinshart gGmbH" als Geschäftsführer (CEO) vor und verantwortet das operative Geschäft dieser deutschlandweit einzigartigen Einrichtung.
Während der nationalsozialistischen Diktatur wurden systematisch über 200.000 Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen ermordet. Unter dem beschönigenden Begriff der „Euthanasie“ erprobten die Nationalsozialisten in Aktionen wie der „Aktion T4“ die Techniken des massenhaften industriellen Tötens, die später in den Vernichtungslagern der Schoa eingesetzt wurden. Obwohl diese Verbrechen direkt vor den Augen der deutschen Bevölkerung in lokalen Heil- und Pflegeanstalten stattfanden, sind die NS-Krankenmorde bis heute überraschend wenig im kollektiven Gedächtnis Deutschlands verankert. Während andere Aspekte des NS-Terrors fest in den Lehrplänen und der Erinnerungskultur verankert sind, blieb das Schicksal dieser Opfergruppen jahrzehntelang ein Tabu und Randthema. Der Vortrag gibt einen fundierten Überblick über die ideologischen Hintergründe, die logistische Durchführung und die Täterstrukturen. Gleichzeitig hinterfragt er kritisch, warum dieses Unrecht in der Nachkriegszeit so konsequent verschwiegen wurde und warum die Aufarbeitung in der deutschen Öffentlichkeit bis heute immense Lücken aufweist. Michael Zehrer ist ehrenamtlicher Gedenkstätten-Guide am Bezirksklinikum Mainkofen. Seinen ersten Kontakt mit diesem wichtigen Thema hatte er während seiner Zeit als Pflegedienstleiter am Bezirksklinikum Mainkofen, wo er mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass dort über 1.300 Menschen Opfer der NS-Krankenmorde wurden. Auch in seiner späteren Funktion als Einrichtungsleiter des Städtischen Elisabethenheims in Deggendorf stieß er auf diese dunkle Geschichte, da von dort 64 Frauen deportiert und ermordet wurden. Heute widmet er sich der Erinnerungsarbeit, um den Opfern eine Stimme zu geben und das Gedenken lebendig zu halten.